meine buddhistische Geschichte

Alles begann mit der Farbkopie einer überschlanken grünen Göttin und ihrem kaum aussprechbaren Mantra, das mir eine gute Freundin zur Atlantiküberquerung mit auf den Weg gab. Auf einer elf Meter großen Nußschale zusammen mit drei Männern, die nur vom Überqueren des 'Großen Teichs' und kein Wort über ihre Ängste sprachen, half es mir beträchtlich, OM TARE TU TARE TURE SOHA vor mich hin zu denken und zu murmeln. Im Jahr 2000 hatte ich das große Glück, Chimed Rigdzin Rinpoche noch kurz vor seinem Tod in Berlin bei einer Machig Labdrön Dzogchen Einweihung zu begegnen. Erst Jahre später wurde mir die tiefe Bedeutung dessen bewusst.

Ausgerechnet am 11. September 2001 begann ich ein 10-Tages-Schweigeretreat nach Goenka und übte über ein Jahr lang diese Art von Vipassana. 2003 begegnete ich Gangteng Tulku Rinpoche bei einer Tara-Einweihung und auch Chagdud Rinpoche in Berlin. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis ich meinen Weg zur Tara libre-Sangha fand, dem Zusammenhang um die deutschen buddhistischen Lehrerinnen Sylvia Wetzel, Agnes Pollner und Sabine Hayoz-Kalff aus der Schweiz. Die auf deutsch gesungene Tarapraxis und die Betonung der Freude - durch Singen - auf dem Weg faszinierten mich genauso wie die klare feministische Position. Seit 2005 leite ich zusammen mit Nives Bercht die Kreuzberger Taragruppe.

Durch Unterweisungen von Tsültrim Allione, James Low, Keith Dowman, Gangteng Tulku und Rigdzin Shikpos Drei-Jahres-Programm habe ich mich intensiv mit Dzogchen-Meditation beschäftigt. Eine weitere depressive Phase zeigte mir leider, daß ich Buddhismus offensichtlich nicht nur auf heilsame Art verstanden und praktiziert habe. Mit Monika Streit bin ich der Meinung, daß ein Auflösen des Egos aus psychotherapeutischer Sicht erst dann Sinn macht, wenn es wirklich stark und ausgereift ist. Meiner eigenen Erfahrung nach kann eine Art neues buddhistisches Über-Ich entstehen, das mit erhobenen Zeigefinger zu noch mehr Selbstlosigkeit und Mitgefühl immer den anderen gegenüber ermahnt. Zu lange Sitzmeditation kann das Abdriften weg vom Körper und den Gefühlen in verklärte mentale Bereiche fördern.

Seit 2007 beschäftige ich mich verstärkt mit Kunst und Kreativität als Ausdruck unfassbarer göttlicher Inspiration; Methoden des kreativen Schreibens und intuitiven Malens erlebe ich als kraftvolle neue Dimension 'zwischen' Meditation und Therapie. Auch genieße ich nach Jahren des stillen Sitzens sehr bewußt die Rückkehr zur Bewegung des Qigong. Seit 2oo9 bin ich Heilpraktikerin für Psychotherapie, iEMDR-Coach und in verschiedenen Fortbildungen (bei Byron Brown 'Befreiung vom Inneren Richter, BITEP, Kriegsenkel) Die Thematik Burn Out- und Depressionsprävention ist mir aus eigener Betroffenheit sehr ans Herz gewachsen. Das Stärken des eigenen Selbstwerts, Vertrauen ins Unbewusste, unsere Selbstheilungkräfte und unser Gewahrsein, Kontakt zum Herzen, Loslassen (von den vielen Ansprüchen an uns selbst) und das Erkennen und Annehmen-Können, was JETZT ist, stehen in meiner Arbeit im Mittelpunkt.

        meine Qigong-Geschichte

Schon kurz nachdem ich 1986 in Berlin ankam, begann ich mich für Traditionelle Chinesische Medizin zu interessieren. Ich lernte Tai Chi kennen und übte ab 1987 regelmäßig mit Monika Mewes, die damals noch im Auftrag der Martha-Gemeinde in Kreuzberg unterrichtete. Schnell wurde Tai Chi ein wertvoller Ausgleich zu all der stressigen Kopf- und Politarbeit und begleitete mich im Alltag und auf Reisen. Unvergessliche Erfahrungen machte ich 1987 beim Üben iin Portugal und 1988 auf Kreta direkt am Meer.

Wiederum in einer stressigen Lernphase vor den Prüfungen zur Reiseverkehrskauffrau 1997 und wiederum in einer Berliner Kirche kam ich in Kontakt mit Qigong. Gisela Schöller und Bernd Monecke, damals beide noch in der Ausbildung zum Qigong-Lehrer, unterrichteten das Yuan Ming Gong (Das Licht in seinen Ursprung zurückführen) auf der Empore der Heilig-Kreuz-Kirche. Von Anfang an überzeugten mich die - im Vergleich zur langen Tai Chi-Form - Kürze und das Nach-Innen-Gerichtet-Sein der Übungen. Ich lernte noch direkt bei Professor Cong, auf dessen einzigartiges Wissen die Deutsche Qigong Gesellschaft gründet, und bei Walter Gutheinz Fan Huan Gong, bei Frau Xiang Chan Mi (Wirbelsäulen-)Qigong, bei Frau Liu Ya Fei Jing das Nei Yang Gong (Inneren Nährendes Qigong), Dan Gong nach Professor Cai Jun mit Christian Fuchs und buddhistisches Qigong mit Lama Fofu und Frau Jiang Xue Jing.

Sicherlich half mir das viele Qigong auch dabei, in die Stille zu kommen und quasi von null auf hundert acht Stunden auf dem Meditationskissen zu sitzen, was bei einem Vipassana-Retreat gefordert wird. Je mehr die Sitzmeditation zu meiner täglichen Praxis wurde, desto mehr sehnte ich mich zurück nach den bedächtigen und sinnlichen Körperbewegungen. Und so vereine ich heute in meinem achtsamkeitsbasierten Selbsthilfekonzept 'Die Seele stärken' beides: Meditative Bewegung des Qigong mit Erfahrung lebendiger Stille.